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Brauche Rat für meinen zweiten Schützling

original Thema anzeigen

 
27.04.09, 21:52:25

zoccoly

geändert von: zoccoly - 27.04.09, 21:54:02

Ich bezog es auf das erst, er hat erst dreimal...
Es ist mit Sicherheit schwer nachvollziehbar, dass A sich ihre Welt selbst erschließen.

Mit Medikamenten kenne ich mich leider nicht aus.
27.04.09, 22:03:35

haggard

bezüglich einschlafzeiten:
persönlich ist es so, dass ich nicht oder erst "kurz vor dem aufstehen" einschlafe, wenn ich geistig beschäftigt bin. auch verspüre ich keinerlei müdigkeit. nun habe ich jedoch herausgefunden, wie ich mir schlaf schon vorzeitiger "erzwingen" kann: möglichst reglos und bequem so verharren, dass man gut einschlafen könnte, sich dabei körperlich etwas überanstrengen (arme nach oben halten mit buch - bilderbücher sind bestimmt auch geeignet oder dinge, die man drehen kann, etc.) plus schwache beleuchtung, die die augen anstrengt. maximal nach 20 - 30 minuten bin ich k.o. und kann schlafen.
27.04.09, 22:09:35

Tanzender Spatz

Zitat von zoccoly:

Es ist mit Sicherheit schwer nachvollziehbar, dass A sich ihre Welt selbst erschließen.
.


Ich glaube, dass ist gerade eines seiner Probleme, dass er das zu wenig befriedigend für sich kann.
27.04.09, 22:13:29

Tanzender Spatz

Zitat von azrael:
bezüglich einschlafzeiten:
nun habe ich jedoch herausgefunden, wie ich mir schlaf schon vorzeitiger "erzwingen" kann


Werde ich nächste Woche im Schullandheim versuchen und von meinen Beobachtungen berichten. Aber vielleicht wirkt da ja auch einfach die andere Umgebung.
27.04.09, 22:20:47

haggard

als ich bei meinen großeltern in anderer umgebung zahlreiche kilometer entfernt über ein wochenende bleiben sollte, konnte ich gar nicht schlafen. durch diesen stress am zumindest abends/nachts fremden ort fühlte ich mich regelrecht krank und fuhr mitten in der nacht nach hause (wie ich das geschafft habe, ist mir ein rätsel).
27.04.09, 22:34:07

Tanzender Spatz

Mach mir keine Angst, Azrael, noch freue ich mich auf nächste Woche. Im letzten Schullandheim liefs ganz gut. Da musste ich nur die erse Nacht zu ihm ans Bett zum Krabbeln, die anderen Nächte half sein Kuschelkissen. Hat auch nicht einmal nach Mutti oder nach zu Hause gefragt.
27.04.09, 22:41:29

haggard

dann wird es wohl gut gehen.:)
27.04.09, 22:46:41

Tanzender Spatz

geändert von: Tanzender Spatz - 30.04.09, 00:02:27

Zitat von drvaust:
:? Könnten das Anfälle sein? Z.B. neurologische oder biochemische Probleme? Wurde das mal untersucht?


Dazu tendiere ich bei diesen "schlimmen Ausrastern". Ich glaube, dass es irgendwelche biochemischen Vorgänge sind.
Da es auch schonmal aus dem Schlaf heraus passiert ist.
Ein Arzt sagte mir mal, dass man während dem Anfall irgendein Gerät anschließen muss, um hinter die Ursache zu kommen.

Die Eltern haben schon EEG´s (glaube, berichtige mich MRT´s ) machen lassen, keine Erkenntnisse dabei herausgekommen.
29.04.09, 13:50:45

55555

Zitat von Tanzender Spatz:
Trotzdem halte ich seinen selbständigen Tätigkeitskreis (zu hause u. in der Schule) für sehr eingeschränkt. Da er die allermeisten Tätigkeiten allein nur ganz kurz ausführt und dann abbricht. Musik hören, schaukeln, im Sand wischeln, im Wasser schwimmen und daliegen macht er alleine ganz ausdauernd.

Dann macht er also durchaus was ausdauernd, was ihn interessiert.
Zitat:
Es ist ein Gerüst aus Vorgaben, das wir (Eltern undSchule)teilweise versuchen, zu durchbrechen bzw. durchbrechenzulassen, aber es ist nicht sein Wille, den er Tag täglich zu leben hat.

Was ist das für ein "Gerüst"? Was macht er, wenn er frei hat von diesem "Gerüst", Ferien, z.B.?
Zitat:
Manchmal ist er aber auch so überreizt, dass er weder auf seiner Matte noch im Snoozelraum zur Ruhe kommt.

Wenn du es als Überreizung bezeichnest ist dir auch halbwegs klar worauf es zurückgeht?
Zitat:
Er kann nicht lesen.

Wie kommst du darauf?
Zitat:
Wobei es auch ein fehlender Aufbau des körpereigenen Schlafhormons Melatonin sein kann.

Kann das nicht auch ursächlich eine Folge seine psychischen Verfassung sein? Der Stoffwechsel ist ja kein System, das einfach so vor sich hin laboriert.
29.04.09, 21:40:02

Tanzender Spatz

Zitat 55555

Dann macht er also durchaus was ausdauernd, was ihn interessiert.
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Ja, am ausdauerndsten Musik hören und daliegen und sich mit
seinem Körper beschäftigen, bevozugt geruchsintensive Zonen, aber auch dabei fallen Fingerbeißen, Hände flattern oder Echolalie nicht grundsätzlich weg.
Mir ist aber der Handlungskreis, den er ganz allein tut, zu eingeschränkt, es geht nicht in meinen Kopf rein, dass diese wenigen Tätigkeiten dieses Kind Tag ein Tag aus tatsächlich immer wieder befriedigen und dazu auch noch menschlich weiterbringen sollen. Zumal ich auch beobachte, wie er uns bzw. die Kinder bei ihrem Treiben beobachtet.
Es sieht oft so aus, als ob er gern dabei sein würde, aber nicht weiß wie. Also muss ich doch versuchen in kleinen Stückchen , ihm diese Welt zu erschließen.

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Zitat: 55555
Was ist das für ein "Gerüst"? Was macht er, wenn er frei
hat von diesem "Gerüst", Ferien, z.B.?
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Musik hören oder einfach eben daliegen, essen.
Ich würde hier nicht zwischen Schule und Ferien unterscheiden, obwohl er sich zu Hause schon wohler fühlt als in der Schule.
Ich glaube er ist überhaupt mit dem ganzen Tag, wie er in einer Familie abläuft und dann auch noch Schule überfordert.
Das geht schon beim Aufstehen zu einer bestimmten Zeit los. Dann muss er zu einer bestimmten Zeit in den Schulbus. Und dann muss er bis 15.00 in der Schule bleiben,ehe wieder der Schulbus kommt und ihn zu seiner Mutti bringt. Und dann ist sie vielleicht noch nichtmal da, weil sie noch arbeitet oder eben unterwegs ist. Und dann ist auch noch der Kühlschrank abgeschlossen und er kommt nicht ans Essen ran.
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Zitat: 55555

Wenn du es als Überreizung bezeichnest ist dir auch
halbwegs klar worauf es zurückgeht?
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Halbwegs. Ich denke, dass ein Tagesablauf, wie er im Menschenleben so ist, ihn überfordert. Ich denke auch, dass Erwartungen, welche die Eltern haben und auch wir in der Schule, ihn und wenn es unbewusst ist, überfordern, er sich unter Druck gesetzt fühlt. Ich denke auch, dass er sich vieles im täglichen menschlichen Treiben nicht erschlossen hat.
Ich glaube aber auch, das manches auf eine "Unterreizung" zurückzuführen ist. Z.B. sein "maßloses" Essverhalten denke ich hat nichts mit Hunger oder Fresssucht zu tun, sondern er befriedigt damit eine gewisse Wahrnehmung.

Zum Lesen später, würde mich gern darüber austauschen, brauche aber eine Schreibpause, mir kommt das Schreiben nicht so entgegen, wie vielleicht manch anderem in diesem Forum.
02.05.09, 11:32:40

55555

Zitat von Tanzender Spatz:
Es sieht oft so aus, als ob er gern dabei sein würde, aber nicht weiß wie. Also muss ich doch versuchen in kleinen Stückchen , ihm diese Welt zu erschließen.

Wie erweckt er bei dir den Eindruck? Vielleicht beschreibst du einfach mal neutral beobachtend, wie du ihn überhaupt erlebst? In diesem Medium sind solche Beschreibungen wichtig um überhaupt die Chance zu bekommen anderen einen eigenen Eindruck zu vermitteln. Die Wiedergabe von reinen eigenen Interpretationen (z.B. "Er sieht oft so aus") ist aus meiner Sicht gerade dann fraglich, wenn die interpretierende Person selbst keinen Rat weiß.
Zitat:
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Zitat: 55555
Was ist das für ein "Gerüst"? Was macht er, wenn er frei
hat von diesem "Gerüst", Ferien, z.B.?
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Musik hören oder einfach eben daliegen, essen.
Ich würde hier nicht zwischen Schule und Ferien unterscheiden, obwohl er sich zu Hause schon wohler fühlt als in der Schule.

Die Antwort ist mir unklar. Sein Gerüst ist Musik hören und daliegen oder das tut er, wenn er frei vom Gerüst hat?
Zitat:
Ich denke, dass ein Tagesablauf, wie er im Menschenleben so ist, ihn überfordert. Ich denke auch, dass Erwartungen, welche die Eltern haben und auch wir in der Schule, ihn und wenn es unbewusst ist, überfordern, er sich unter Druck gesetzt fühlt. Ich denke auch, dass er sich vieles im täglichen menschlichen Treiben nicht erschlossen hat.

Wie ließe sich das anders gestalten? Wie sieht sein Tagesgerüst nun aus?
Zitat:
Ich glaube aber auch, das manches auf eine "Unterreizung" zurückzuführen ist. Z.B. sein "maßloses" Essverhalten denke ich hat nichts mit Hunger oder Fresssucht zu tun, sondern er befriedigt damit eine gewisse Wahrnehmung.

Das kann schon sein. Überforderung lähmt die Kräfte. Eigentlich vorhandene Interessen können nicht verfolgt werden, was Unterforderung verursacht. Beides kann gleichzeitig vorliegen, denke ich.

Aber so recht hab eich noch kein Bild davon, was in diesem Fall konkret falsch laufen könnte.
03.05.09, 15:06:06

Tanzender Spatz

An 55555

Bin eine Woche im Schullandheim, melde mich danach wieder.
 
 
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