- Einige von uns haben Probleme, Ziele zu erreichen, die eigentlich realistisch wären, aber es scheitert irgendwie an organisatorischen Problemen, daran, nicht den Überblick behalten zu können, nicht den richtigen Weg finden zu können oder auch an Motivationsproblemen.
- Besserer Umgang mit Agression. Leidr werde ich schnell wütend, das trifft mich warscheinlich sogar mehr als die anderen (passiert oft sogar wenn niemand anders anwesend ist).
- Wir haben auch Stärken, einige sogar besondere Fähigkeiten. Leider können diese aber oft nicht genutzt werden. Das ganze ist bestimmt auch weniger belastend, wenn man nicht immer nur von Defiziten ausgeht.
Wie ist eigentlich der Therapeutenberuf, wenn man selbst autistisch ist ? Ich stelle mir das sehr schwierig vor, besonders da bestimmt längst nicht jeder Patient in der Lage ist, auszusprechen, was wirklich sein Problem ist. Dieser Beruf müsste durch Schwierigkeiten im nonverbalen Verständnis doch erschwert werden?
Gruss
Christian
Hallo,
für mich ist das Problem im Umgang mit den Patienten insofern schwierig, wenn sie anfangen mir in die Behandlung reinzureden, alles besser wissen wollen oder Dinge nicht befolgen, die verordnet werden. Ernährungsumstellung, Kräutertees trinken, Übungen machen, oder wenn sie konstant zu spät kommen oder Termine nicht rechtzeitig absagen.
Das nonverbale Verständnis ist hier nicht so schlimm, denn ich arbeite ja mit Diagnose-Fragen, die beantwortet werden und alle Infos die ich brauche liefern. Dann gibt es noch andere Diagnosemöglichkeiten durch Untersuchung und Betrachtung, die auch einiges an Informationen liefern.
Ein Therapeut dem ich erklärte, dass ich autistisch bin und mich schlecht in andere einfühlen könnte meinte zu mir, dass ich besser wissen würde wie es jemand anderem geht, als der andere es selbst weiß, denn ich hatte ihm mal eine meiner Theorien bezüglich seines Verhaltens gesagt, die ihm selbst noch nicht bewusst war obwohl er Therapeut ist.
Ich glaube das sind zwei unterschiedliche Dinge und auf Aspies e.V. habe ich das auch grade gelesen, dass die Empathie wohl vorhanden ist, wenn man versteht was bei dem anderen passiert, aber das ist eben nicht immer so.
Die von dir geschilderten Probleme zielen auf eine Kurz-Zeit-Therapie im Bereich Verhaltenstherapie ab, mit konkreter Zielsetzung.
Da schildert man das Problem und lernt dann, wie man konkret vorgehen kann um es zu lösen. Wenn man das einmal gemacht hat, dann kann man das auch alleine lernen wenn man sich ein Manual erstellt mit den einzelnen Schritten:
Beispielsweise:
Was ist mein Problem?
Was könnte der nächste Schritt sein um es zu lösen?
Was muss ich als erstes tun um einen Schritt weiter zu kommen?
Diese Wegweiser helfen einem, den Weg zu gehen, den man gehen will.
Die Motivation ist nicht ganz einfach. Wichtig ist wohl als erstes herauszufinden, was man überhaupt will und sich dann einen Plan zu machen wie man es erreichen könnte.
Unkontrollierten Stimmungsschwankungen begegne ich mit vermehrter Aufmerksamkeit und Beobachtung und Autosuggestion um wieder ruhiger zu werden.
Und was sind die Dinge, die du an dir magst?
LG
Jana