Einerseits frägst du uns hier nach Wünschen zwecks adäquate Therapieform und dann schreibst du von irgendwelchen Kräutertees und Ernährungsumstellung....Ich bin von der Idee angetan, dass du Therapieformen individuell auf deine Patienten zuschneiden willst aber bitte ohne Zwänge. Das wäre mein Wunsch.
Hallo Sheila,
die Frage nach Therapiewünschen von Menschen mit autistischer Syptomatik bezog sich auf die Psycho-Therapie, die sich jeder für sich selbst wünscht.
Die Angaben, mit dem Kräutertee, erfolgte auf die Frage hin, ob ich Probleme im Umgang mit meinen Patienten hätte, hat also mit der ersten Frage nichts zu tun. In der Psychotherapie kriegt man ja keinen Kräutertee verordnet, aber man könnte ihn empfohlen kriegen, z.B. Melissentee um die Nerven zu beruhigen, was ja auch nichts Schlimmes ist.
Du schreibst du möchtest keinen Zwang in der Therapie, das sehe ich auch so. Man kann auch niemanden zwingen etwas zu tun, was er nicht möchte. Das Problem dabei ist nur, wenn man eine Therapie beginnt um gesund zu werden, dann muss man mitarbeiten, wenn man alles ablehnt was einem helfen könnte, nur weil es einem unangenehm ist, dann kann sich nichts verändern. Es wäre ungefähr so, wie wenn jemand den Auftrag erteilt:
Wasch mich, aber mach mich nicht nass.
Und das ist mein Hauptproblem im Umgang mit Patienten, sie wollen gesund werden, aber selbst nichts dafür tun und nichts verändern und das ist nicht möglich. Das frustriert mich.
Wichtig finde ich eben deshalb, dass sich jeder die für ihn passende Therapie selbst auswählt, dann aber auch konsequent bereit ist mitzuarbeiten an Veränderungen und auf Ziele hin, die man sich selbst gesetzt hat.
Wenn ich mich bei einem Therapeuten anmelde, der mit Kräuterkunde arbeitet und ihn um Hilfe bitte bei körperlichen Symptomen, dann ist es doch nur legitim, dass er mir Kräuter verordnet. Wenn ich das nicht will, dann gehe ich doch gar nicht erst da hin. Und was eine Ernährungsumstellung betrifft, damit kann man ganz viel auf das Befinden einwirken. Aber auch hier im Rahmen dessen dass der Patient Sachen isst, die gesund sind und die er auch mag, es geht nicht darum, dass er nur noch Sachen essen soll vor denen ihm graust.
Es macht keinen Sinn jemanden in der Therapie zu etwas zu zwingen, das wird keine Erfolge zeigen. Jeder muss für sich selbst entscheiden was er will und braucht, aber es wird nicht immer nur angenehm sein, der Weg dorthin.
LG
Jana