Forum für Autisten und interessierte Zeitgenossen (http://autismus-ra.unen.de/index.php)
-- Offenes Forum (Schreibrecht auch für unter User=Gast; Pass=Gast eingeloggte Gäste) (http://autismus-ra.unen.de/board.php?id=3)
---- Angehörige und weitere Mitmenschen (http://autismus-ra.unen.de/board.php?id=23)
Thema: Als Autist unter Normalos leben (http://autismus-ra.unen.de/topic.php?id=5947)


Geschrieben von: PvdL am: 25.05.13, 23:28:42
Eine typische Geschichte, die im Wesentlichen die meisten hier so unterschreiben können. Hoffentlich findest Du, timo1111, hier noch mehr Antworten und Anregungen, damit Du Dich nicht nur verstehen, sondern auch schätzen lernst.


Geschrieben von: Alan am: 27.05.13, 20:40:14
Neben vielen Sachen die hier geschrieben worden und absolut richtig sind, kann man diesen Satz sicherlich ganz dick unterstreichen:

Zitat von timo1111:
[...]Da die Kommunikation heutzutage alles ist, hast du ohne Kommunikation nichts. Keine Freunde, keine Freundin, kein Job und keine Zukunft.[...]


Das mit dem Trinken und Kiffen ist an mir zum Glück vorüber gegangen. Aber das lag nicht zuletzt daran, dass ich mich immer für einen Kandidaten gehalten habe süchtig zu werden.
Grundsätzlich verstehe ich jeden, der aus Kummer zu Drogen greift. Ich wurde mal operiert und hatte danach starke Schmerzen und bekam dann ein Schmerzmittel verabreicht. Es nahm nicht nur den körperlichen Schmerz sondern auch den seelischen. Es war unbeschreiblich. Auf einmal war die ganze Welt in Ordnung und es ist für mich mehr als verständlich, dass jemand dem verfallen kann.


Geschrieben von: timo1111 am: 01.06.13, 00:09:22
hallo,

danke fürs Feedback. Naja was zum kiffen zu besorgen ist heute eigentlich nicht schwierig, In meiner Berufsfachschule kifften alle, bei Künstlern oder Designern ist es eine ganz normale Tätigkeit aber das hat jetzt weniger mit dem Thema zutun und ich habe sowieso mit diesem Abschnitt meines Lebens abgeschlossen. Ich bin übrigens Grafikdesigner von der Ausbildung

Was mich noch interessieren würde, verheimlicht ihr eure Einschränkungen vor den Normalos? Ich tuhe es . Wie könnte z.b ein Arbeitgeber darauf reagieren? ich kann es mir nicht vorstellen dass es etwas positives sein könnte. Und was machts Ihr in eure Freizeit? spielt ihr PC Games, lies ihr Bücher, geht nach drausen oder schaut ihr Fernseher? ich spiele manchmal PC Spiele, lese auch und mache gerne Sport.

gruß


Geschrieben von: Leah am: 01.06.13, 07:59:40
Zitat von timo1111:

... verheimlicht ihr eure Einschränkungen vor den Normalos?

Ja. Wirklich in offener Form geäußert habe ich mich bisher nur einem Menschen gegenüber.
Zitat von timo1111:

Wie könnte z.b ein Arbeitgeber darauf reagieren?

Schwierige Frage, stelle ich mir im Moment auch. Einerseits denke ich, man sollte möglichst offen von Anfang an damit umgehen, um Stresssituationen durch unpassende Anforderungen zu minimieren; andererseits fürchte ich den sofortigen Aufbau von Vorurteilen, die zur unmittelbaren Ausgrenzung führen.
Zitat von timo1111:
Und was machts Ihr in eurer Freizeit?

Ich bin gerne draußen zu Fuß unterwegs, höre leidenschaftlich gerne Musik, lese gerne und mag alles, was mit Computern zu tun hat.


Geschrieben von: Bauklotzkönig am: 01.06.13, 08:26:17
Zitat von Hans:
Und ausserdem, soo schlecht kann Deine Kommunikationsfähigkeit gar nicht sein,
denn sich was zum Kiffen zu besorgen ist schwierige Kommunikation in Deutschland, auch für die "Normalos".

Ich kann dir einen Ort nennen, wo du auch ohne ein Wort zu sagen was zum kiffen bekommst. Jedes mal wenn ich da vorbeigehe, werd ich gefragt und schüttele jedes mal nur den Kopf. (Ob die mal bemerken, dass sie mich das schon >20x gefragt haben?) Man müsste also nur nicken und denen Geld geben. Soviel zur Kommunikationsfähigkeit.

Aufm Land mag das etwas anders aussehen. Aber in der Großstadt muss man bei weitem kein Kommunikations-Genie sein, um an illegale Betäubungsmittel zu kommen. Mir wurd schon alles mögliche angeboten, ohne dass ich danach gesucht hätte.


Geschrieben von: Alan am: 01.06.13, 12:58:09
Wie ein Arbeitgeber darauf reagieren könnte, wenn er erfährt, dass man "nicht normal" ist? Ganz einfach: Du wirst gegangen, in welcher Form auch immer. Da kann einem auch kein Betriebsrat, keine Gewerkschaft und kein Gericht helfen. Wenn dich dein Arbeitgeber loswerden will, bist du früher oder später weg. Und heutzutage ist es leider so, dass man genau diese Reaktion erwarten muss, auch wenn es sicherlich Ausnahmen gibt.