So vom Ansatz her stimme ich dir zu, was Tucholsky und Kerner angeht. Bei den anderen kann ich das nicht beurteilen. Aber generell finde ich, dass jeder mal was Tiefsinniges äußern kann und mal halt nicht. Der eine neigt halt mehr dazu, der andere weniger. Und ich kann es auch nicht immer beurteilen, denn wenn ein Tiefsinn meine Fähigkeit übersteigt, ihn zu erkennen, dann sehe ich da halt keinen...
Eine Dichterin ist mir mal durch einen ungeheuer tiefsinnigen Titel aufgefallen: Das Buch hieß "Der Gott der kleinen Webfehler" und ist von Mascha Kaleko. Vermutlich hat sie es gar nicht so gemeint, aber ich sehe darin eine ungemein treffende und poetische Anspielung auf die Evolutionslehre.

Wie - vermutlich! - in diesem Fall halte ich Tiefsinn für etwas, was einem zuweilen auch unterläuft, so ähnlich wie eine "Freud'sche Fehlleistung", also für etwas, was auch aus den Tiefen des Unterbewusstseins kommen kann und andere auf derselben Ebene anspricht.