Ich finde es sehr gut, dass du sie wieder aus der Kita mitnimmst.
ich kann nicht anders. ich kann mir ungefähr vorstellen, wie es ihr geht, wenn ich sie einfach gewaltsam dortlasse, und das will ich ihr nicht antun. noch dazu, wo ich (wegen ihrer kleinen schwester) eh noch nicht arbeiten gehe, es also diesbezüglich nicht unbedingt sein muss. es tut mir nur leid, weil ich weiß, dass sie eigentlich gern dort wäre.
Zitat:
Bei mir hatte die ganze Situation damals einen Auslöser. Kannst du dich daran erinnern, was vor einigen Wochen war?
nein, eben nicht. im gegenteil, wir hatten es in der letzten zeit recht fein miteinander, haben viel gemeinsam gemacht (die kleine schwester ist jetzt so weit, dass wir gemeinsam kochen, backen, basteln etc. können). das einzige, was mir einfällt ist, dass mein mann öfter weg ist als sonst. er ist normalerweilse alle ein, zwei wochen einen oder zwei tage weg, (merkt sie kaum, weil er sonst auch tagsüber arbeitet), und jetzt waren es eben schon drei mal eine ganze woche. irgendein traumatisches ereignis käme mir jetzt nicht in den sinn.
Vielleicht hilft es, wenn sie ständig etwas Vertrautes bei sich hat, z.B. eine kleine Puppe.
In der Art: Egal wovon sie sich trennen muß, daß bleibt immer bei ihr.
bei dingen, die wir wegschmeißen müssen (oder nicht mitnehmen/kaufen können) hilft es meistens, sie zu fotografieren. sie interessiert sich zwar nachher so gut wie nie für die fotos, weiß aber, dass sie irgendwo in meinem handy sind. mich fotografieren reicht aber nicht, ich sollte wirklich anwesend sein. sie schleppt jetzt auch immer wieder all ihre stoffmäuse (5 oder 6) mit, die haben aber auch nichts mit mir zu tun.
Bei meinem Sohn hilft es auch,dass wir uns von den Dingen verabschieden
werd ich mal probieren. bei personen hat sie schon immer viel wert auf das verabschieden gelegt (erst bussi und abschiedskuscheln, dann winken am fenster, und zwar unbedingt und ganz wichtig), aber jetzt will sie gar nicht mehr loslassen. wenn sie dann muss (z.b. weil meine mama abends heim geht, die liebt sie sehr), ist sie sehr traurig und braucht lange, um sich zu beruhigen.
Zitat:
Im Kiga wäre es vielleicht sinnvoll,wenn du mit Absprache der Erziehrinnen einfach mal dabei bleiben kannst,um zu beobachten,was deine Tochter so macht und was sie denn stören könnte.
ich war heute dort hospitieren (also zuschauen + mitschreiben, das brauche ich für meine ausbildung zur montessori-pädagogin). eigentlich ist es zufall, den termin hatte ich schon vor dem beginn des trennungsproblems ausgemacht. jedenfalls hatte meine tochter angekündigt, sie würde die ganze zeit bei mir sein. sie war dann fast die ganze zeit woanders als ich (es gibt mehrere räume), hat sich, wie immer, bestens unterhalten. ich weiß, dass sie gern dort ist und sich dort wohl fühlt. unser trennungsproblem entwickelt sich ja schon seit wochen, und der kindergarten ist eigentlich der letzte bereich, auf den es sich jetzt ausgedeht hat. sie will nicht deswegen nicht dort bleiben, weil sie dort etwas stört, sondern weil ich nicht dort bleibe (sie sagt selber, ich soll dort bleiben. das könnte ich sogar theoretisch, hab ich während der eingewöhnung auch gemacht - drei monate täglich vormittags in der garderobe - geht aber jetzt nicht mehr, weil die kleine schwester ist 2 und das will ich ihr nicht zumuten).
Zitat:
Habt ihr denn eine I-Hilfe,die sich mehr deiner Tochter widmet und ihr den Kiga-Alltag erleichtert?
nein, und sie braucht auch keine, sie kommt dort bestens zurecht. im kindergarten wissen sie nicht mal was von asperger, ich hab dort nur von "wahrnehmungsstörung" erzählt, die leiterinnen kennen sich da ganz gut aus, das fand ich ausreichend.
Das Thema scheint mir Halt zu sein, sich gegen Änderung wehren. Vielleicht geht ihr das Leben allgemein derzeit zu schnell? Vielleicht kommt sie dem nicht mehr gedanklich hinterher?
kann sein. obwohl sich für mein gefühl in letzter zeit nicht mehr geändert hat als sonst. vielleicht verrät sie mir etwas darüber. wann immer ich in den letzten tagen versucht habe, mit ihr gemeinsam eine lösung zu finden, war sie genauso ratlos wie ich.
(wenn es ihr einfällt, weint sie immer noch wegen des völlig zerbröselten grünen dino-aus-dem-ei, den ich vor zwei jahren in der irrigen annahme, das sei längst abfall, weggeworfen habe.)
so nachtragend ist meine tochter nur noch selten (war früher mehr, jetzt hab ich den eindruck, sie hat wichtigere dinge im kopf), aber sie überrascht mich immer wieder mit ihrem phänomenalen gedächtnis. erinnert sich an sachen, die sie mit 2 jahren erlebt hat....
und außerdem muss ich an meiner einstellung arbeiten. ich bin zurzeit total überfordert und dann sauer auf sie und immer wieder unfreundlich. aber das bringt uns natürlich auch nicht weiter. ich werde irgendwie diese erzieherische angst nicht los, wenn ich ihr alles "durchgehen lasse", dann gewöhnt sie sich daran, dass sie alles von mir haben kann, und hoffe, dass sie eher lust hat, sich von mir zu verabschiedcen, wenn ich unfreundlich bin... dann wieder denke ich, dass es ihr am ehesten besser gehen würde, wenn es ihr möglichst gut geht (klingt auch irgendwie logischer), aber dann wäre ich im moment wirklich nur noch ihr verlängerter rechter arm... wie seht ihr das?
wir hatten es in der letzten zeit recht fein miteinander, haben viel gemeinsam gemacht (die kleine schwester ist jetzt so weit, dass wir gemeinsam kochen, backen, basteln etc. können).
Wenn das besonders "gut" lief, ist sie vielleicht noch dabei das Neue daran zu verarbeiten oder sehnst sich eben deswegen, weil es so klappte nun allgemein mal etwas mehr nach Halt? Reine Spekulation.
Zitat:
er ist normalerweilse alle ein, zwei wochen einen oder zwei tage weg, (merkt sie kaum, weil er sonst auch tagsüber arbeitet), und jetzt waren es eben schon drei mal eine ganze woche.
Vielleicht merkt sie es doch, Stimmen in der Nacht, etc.? Ich weiß nicht, wie sehr sie darauf achtet, was es für sie bedeutet.
Zitat:
wann immer ich in den letzten tagen versucht habe, mit ihr gemeinsam eine lösung zu finden, war sie genauso ratlos wie ich.
Vielleicht braucht es seine Zeit? Es wäre vielleicht hilfreicher, wenn sich jemand fände, der als Kind auch so empfunden hatte.
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und außerdem muss ich an meiner einstellung arbeiten. ich bin zurzeit total überfordert und dann sauer auf sie und immer wieder unfreundlich. aber das bringt uns natürlich auch nicht weiter.
Du veruchst ihr das zu erklären? Deine Grenzen zu beschreiben, wie du dich dann fühlst?
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ich werde irgendwie diese erzieherische angst nicht los, wenn ich ihr alles "durchgehen lasse", dann gewöhnt sie sich daran, dass sie alles von mir haben kann, und hoffe, dass sie eher lust hat, sich von mir zu verabschiedcen, wenn ich unfreundlich bin...
Dieses "an Verwöhnung gewöhnen" kann aus meiner Sicht nur geschehen, wenn darin ein Ventil gefunden wird anderes zu kompensieren. Hat sie Möglichkeiten sich zu fordern? Gibt es genug erreichbare interessante Anregungen? Ist bei euch "konsumsattes Dahindämmern" ein Wert, den ihr selbst vorlebt?
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dann wieder denke ich, dass es ihr am ehesten besser gehen würde, wenn es ihr möglichst gut geht (klingt auch irgendwie logischer), aber dann wäre ich im moment wirklich nur noch ihr verlängerter rechter arm... wie seht ihr das?
Du mußt nicht ständig über deine Grenzen gehen, denke ich. Sei ehrlich, aber wirf ihr keine Schuld vor, auch nicht unterschwellig. Zu verstehen versuchen finde ich wichtig, aber auch offen damit umzugehen, daß man eben nicht alles versteht.