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Schäden an umerzogenen Linkshändern

original Thema anzeigen

04.04.12, 21:02:13

55555

geändert von: 55555 - 04.04.12, 21:02:29

Bei umerzogenen Autisten könnten die Folgen teils ähnlich sein, besonders faszinierend finde ich die Erwähnung des räumlichen Denkens unten im Zitat.
Zitat:
Umgeschulte Linkshänder sind oft weniger leistungsfähig, unkonzentriert und erfolglos. Viele entdecken mit einer Rückschulung ihre Fähigkeiten und Kreativität neu und starten richtig durch.

[...]

In der Schule wollte sie dann auch mit links schreiben lernen, das wurde ihr aberzogen. Erst als Erwachsene – sie war bereits seit 20 Jahren als Psychologin tätig – entschied sie sich für die Rückschulung auf die linke Schreibhand.

Damit entdeckte sie völlig neue Seiten an sich und sie veränderte sich auch beruflich. "Mein Kopf war plötzlich frei", sagt sie. Seither widmet sich Neumann der Behandlung von Linkshändern. Eine berufliche Veränderung scheint häufig mit der Entdeckung der Linkshändigkeit und der Rückschulung zusammenzuhängen.

Das Leben wird leichter

Auch Gregor Schilling kann davon berichten. "Plötzlich konnte ich klar kommunizieren, klar denken, meine Gedanken fokussieren. So als habe sich ein Knoten im Kopf gelöst", erzählt er. Auch sein räumliches Vorstellungsvermögen verbesserte sich.

Quelle
04.04.12, 22:16:22

Aku

geändert von: Aku - 04.04.12, 22:16:54

Gibt es konkrete und sinnvolle Ansätze, "umerzogenen" Autisten dabei zu helfen, den negativen Folgen der "Umerziehung" beizukommen bzw. die "Umerziehung" rückgängig zu machen?

05.04.12, 00:05:57

55555

Derzeit ist die Wissenschaft wohl noch nicht ansatzweise so weit. Es beschäftigt sich dort wohl so gut wie noch niemand damit.
06.04.12, 03:18:01

Vendela

geändert von: Vendela - 06.04.12, 03:26:28

Das Problem bei solchen Ansätzen ist auch, dass sie wahrscheinlich wieder von Erziehern (nicht bezogen auf den Berufsstand, sondern die Tätigkeit) umgesetzt werden würden - und dann? Gibt es da jemals einen Ausweg?
07.04.12, 00:25:23

Fundevogel

Ja, ein ganz wichtiger Ausweg wäre, wenn die nicht geringe Anzahl von Autisten, die beruflich Priester, Ärzte, Lehrer, Therapeuten, Erzieher... sind, ihre "Erzieher" Lügen strafen und sich nicht weiter selbst als "Gestörte" ansehen und deklarieren würden und ihr gott-/naturgewolltes Sein stolz und froh öffentlich annehmen würden... nicht anderen Zeugnisse schreiben sondern selbst Zeugnis ablegen.

Dazu passend mein Ostergruß: "Das Grab ist leer... der Held erwacht... der Heiland ist erstanden!" :)
24.06.12, 20:11:40

55555

Auch allgemein interessant:
Zitat:
Westliche Linkshänder haben oft Probleme mit dem Schreiben, insbesondere wenn sie einen Füller benutzen. Die schreibende Hand droht das gerade Geschriebene zu verschmieren, deshalb schreiben viele Linkshänder mit einer »Krallenhaltung«.

Die arabische Schrift wird, anders als unsere, von rechts nach links geschrieben. Linkshänder in arabischen Ländern haben es also leichter – trotzdem gibt es dort nicht mehr von ihnen als in westlichen Staaten.

Quelle
24.06.12, 20:25:44

arwen

ja... die stifthaltung ist auf jeden fall anders.
viele schreiben mehr von *oben*, um das geschriebene nicht gleich wieder zu verschmieren, was dann auch eher zu einer verkrampften haltung führt.
als rechtshänder kann man schlecht zeigen, wie es mit der linken hand aussehen könnte.

im tischtennis sind linkshänder sehr begehrt, weil die andere taktik den gegenspieler immer wieder herausfordert.

und... ein satz, den wohl viele linkshänder kennen und der ihnen lebenslang in den ohren schallt (könnt ich mir zumindest vorstellen) ist vielleicht:

*nimm doch die schöne hand* wobei das heute sicher nicht mehr so verbreitet ist, wie zu meiner zeit, hoffe ich zumindest.

ich wurde umerzogen, denke ich... auch wenn das hier keiner zugibt. ich merke es daran, wenn die rechte hand mal nicht funktioniert, dann komm ich nach kurzer zeit auch gut mit links zurecht.

liebe grüße von arwen

25.06.12, 06:25:13

Leah

Zitat von 55555:
Auch allgemein interessant:
Zitat:
Linkshänder in arabischen Ländern haben es also leichter – trotzdem gibt es dort nicht mehr von ihnen als in westlichen Staaten.

Quelle


Habe mal gelesen, dass die linke Hand in der arabischen Welt als "unrein" gilt und ihr Gebrauch daher vermieden wird. Also wird der soziale Druck schon dafür sorgen, dass trotz "besserer Bedingungen" durch die Schriftführung von rechts nach links die Anzahl der sichtbaren Linkshänder auch dort gering bleibt.
26.06.12, 14:23:30

Schneekugel

Naja, das mit dem Gelten gilt/galt auch bei uns. Deswegen gab man ja früher auch immer die rechte Hand zur Begrüssung usw...

Hat einfach damit zu tun, dass man sich mit der linken Hand den Hintern ausgewischt hat. Wo das halt teilweise immer noch üblich ist, ist es eben wirklich unhygienisch die Popohand zu nutzen. ^^
26.06.12, 14:34:24

schuschu

na, ja schneekugel man könnte es ja ganz sein lassen mit dem hand geben zur begrüssung?
26.06.12, 15:13:41

Schneekugel

geändert von: Schneekugel - 26.06.12, 15:14:41

Es geht ja nicht nur ums Begrüßen, sondern generell darum eine Hand mit der man sich den Hintern ausgewischt hat nicht zu verwenden. Sei es jetzt zum Türgriff verwenden, zum Telefonhörer aufnehmen, zum Wäsche zusammenlegen, zum Essen aufnehmen usw...

Worauf ich hinaus will: In Gegenden wo das mit dem Hintern auswischen so noch praktiziert wird, GILT die Hand nicht als unrein, sondern ist unrein. Gelten ist für mich etwas hineingedichtetes, also irgendeine typische Tralali NT-Nervregel ohne jeden Hintergrund. Wohingegen eine Hand mit der man sich den Hintern abgewischt hat, jetzt auf die Fäkalkeime bezogen, eben unreiner ist als die andere Hand.

Bei uns wo das ja nicht mehr üblich ist, ist dagegen die Verwendung "gilt" richtig, da es bei uns eben nur mehr irgendeine sinnlose Nervregel ist, an die NT´s blind festhalten ohne sich Gedanken darüber zu machen ob das Sinn hat.
 
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