04.05.09, 18:07:11
Viktor
Was haltet Ihr von dieser Aktion?
http://norbert.denef.com/petition/
Ich hab die Aufhebung der Verjaehrungsfrist abgelehnt, aus dem Grund, weil Mitmenschen bereits bei aktuell missbrauchten Kindern die Augen zu machen und ein veraendertes Verhalten beim Kind nicht mal bemerken
und somit das Opfer verharren muss,
bis es in der Lage ist selbst anzuzeigen und bis zu diesem Zeitpunkt schon seelisch komplett hinueber ist. Die Verjaehrungsfrist ist von 10 - 30 Jahren gestaffelt.
http://www.kinderschutzportal.de/Verjaehrungsfristen.224.0.html
Wenn alle solange "zusehen", dann hat der Taeter zudem noch ausreichend Zeit weitere Straftaten nebenbei zu begehen.
Dazu bin ich erstmal beschimpft worden als Kinderficker, verdreht, bescheuert und weiteres. Wurde aufgefordert noch minimal meinen Verstand einzusetzen, aeehm (???). Ausser eine einzige weitere Person, die sehr ethisch bedacht ist, in BlaBla-Foren haben keine weiteren begriffen, was ich meine, eine davon war sogar der Meinung, das nur das Opfer das tun muss und das Vorbeugung ein separates Thema ist.
Und dann gingen die Arien los, weil man diesen Gedankensprung von mir nicht kapieren konnte und das ich Ordnung zu halten habe, es gehe um Verjaehrungsfrist und nicht um Vorbeugung. Ich gelange immer wieder an Foren, wo sich Menschen wie meine Mutter benehmen, unmenschlich und massiv abwertend, merken noch nicht mal, das sie selbst verbale Gewalt ausueben. Von Empathie keine Spur, bekam dann noch angehangen, das ich mich mit meinem Erlebnis in den Mittelpunkt schiebe und das natuerlich damit auch nichts zu tun habe.
Es gibt so viele Missbrauch-Anzeichen, Ich bin schockiert, was ich an Antworten von Menschen lass, auch Menschen, die selbst Schicksal erlitten haben, haben scheinbarkeine Interesse, mehr wachsamer zu sein gegenueber ihrer Naechsten
Ich bin jedenfalls sehr stolz diese Gedankenspruenge zu haben, sie ermoeglichen mir mehr zu erfassen, als andere.
Vielleicht kann man eine neue These eroeffnen, das Gedankenspruenge Massenmeinungen verhindern, weil diese irgendwie dazu neigen, nicht aus mehreren Perspektiven zu beleuchten.
P.S. Sehe gerade im Link dieses
Zitat:
Einige Unanständige machen Druck,
damit die Verjährungsfrist nicht abgeschafft wird.
ziemlich manipulativ und wertend. Kein Wunder, das mich einer Kinderficker nannte. Wer unterschreibt ist dann wohl anstaendig, wer nicht das Gegenteil.
Wie seht Ihr dass?
04.05.09, 20:16:36
zoccoly
geändert von: zoccoly - 04.05.09, 20:18:17
Ich hab die Aufhebung der Verjaehrungsfrist abgelehnt, aus dem Grund, weil Mitmenschen bereits bei aktuell missbrauchten Kindern die Augen zu machen und ein veraendertes Verhalten beim Kind nicht mal bemerken
Was schlägst Du vor? Wie kann man das Gesetz so belassen und trotzdem garantieren, dass der unten genannte fiktive Fall so nicht eintritt?
Den derzeitigen Zustand halte ich auch für unhaltbar.
Aber, ich stelle mir auch ein fünfjähriges Kind vor, welches vom Vater sexuell missbraucht wurde. Die Mutter schweigt, um die Ehe zu halten, die Verwandtschaft lebt außerhalb. Die Erzieherin stellt ein verändertes Verhalten beim Kind fest und fragt die Mutter. Diese kommt natürlich mit irgendwelchen, logischen Erklärungen, die sie sich vorher zurechtgelegt hat.Das Kind wächst auf, verdrängt, fühlt sich schuldig, schweigt. Mit 15 Jahren wäre die Tat verjährt. Aber auch mit 15, 16,...kann das Kind nicht sprechen. Nehmen wir an mit 25 Jahren ist es erstmals in der Lage sich zu äußern. An Verurteilung ist schon längst nicht mehr zu denken. Vom Gesetz muss es diesem Menschen so erscheinen, dass die Tat des Vaters richtig war. Das finde ich nicht richtig.
04.05.09, 21:30:05
55555
geändert von: 55555 - 04.05.09, 21:34:43
Kann es sein, daß du denkst: Aufhebung der Verjährungsfrist = Abschaffung dessen, daß es solche Fristen gibt? Ich denke die wollen erreichen, daß es niemals verjährt.
Edit: Nein, bist du wohl nicht? Habe das jetzt nicht sorgfältig gelesen, weil ich dazu keine Nerven habe im Moment. Du meinst man erreicht mit einer reduzierten Frist eine Erhöhung der Aufmerksamkeit? Ich kann mir nicht vorstellen, daß jemand von einer Anzeige absieht, weil er sich sagt: "Kann das Kind ja später noch irgendwann machen." Wer kennt denn schon diese Fristen überhaupt?
06.05.09, 23:51:13
Hans
Der Gedankensprung ist interessant aber hier nicht angebracht.
Die Verjährung ist bei Zeugen, die sich still halten, kein Argument sich zu beeilen.
Das interessiert zu dem Zeitpunkt nicht,
da hält einer still weil er nicht mit hineingezogen werden will,
oder nur weil er seine "Ruhe" haben will,
oder weil er sich in einem Abhängigkeitsverhältnis befindet.
07.05.09, 11:36:01
Mi-Mundo
Es gibt hier zwei Probleme, das erste wäre, das Mißbrauchsopfer erst sehr spät dazu bereit sind, darüber zu reden. Sei es aus Angst oder das sie ihre Schuldgefühle erst überwinden müssen. Wer dann noch eine Anzeige macht, möchte natürlich auch etwas damit erreichen, es hilft dann nicht, wenn es verjährt ist. Die Belastung bleibt auch bei einer Anzeige für das Opfer bestehen, aber sie können dann besser damit umgehen.
Das zweite Problem sind die Täter, die sich so bestätigt sehen, ihr Unrechtsbewußtsein wird so natürlich nicht widerlegt. Die Konsequenz wäre das die Täter weiter machen, sich andere Opfer suchen.
Wem schadet es, wenn die Verjährungsfrist aufgehoben wird?
In einigen europäischen Ländern ist es kein Thema, da gibt es keine Verjährungsfrist dafür.